Auf den ersten Blick mutet das NX90, das der taiwanesische Hersteller Asus im Rahmen der CeBIT vorgestellt hat, wie ein merkwürdiger Hybrid aus All-in-One PC und Laptop an: Einerseits sprechen Form und Grundaufbau für den Einsatz als Laptop, andererseits macht bereits das Gewicht von stattlichen 4,8 KG einen wirklich mobilen Einsatz fast undenkbar.
Ebenfalls auffällig untypisch für gängige Laptops ist das üppige Sound-System, das ebenso wie das Design des Geräts an sich aus einer Zusammenarbeit zwischen Asus und dem dänischen Hersteller hochwertiger Unterhaltungselektronik Bang & Olufsen hervorgegangen ist.
An beiden Seiten des 18,4 Zoll messenden Displays, das eine Auflösung von bis zu 1.920 × 1.080 Pixeln erlaubt, sind die im Vergleich zu herkömmlichen Notebook Computern bis zu 10 mal größeren Lautsprecher angebracht. Diese umschließen im zugeklappten Zustand die untere Hälfte des Geräts, womit der obere Teil deutlich breiter ausfällt als der Rahmen für Tastatur und Trackpads.
Eine weitere Abweichung von gängigen Design-Prinzipien stellen die doppelt vorhandenen Trackpads dar. Diese sind befinden sich nicht, wie von den meisten anderen Notebooks gewohnt, unterhalb der Tastatur, sondern jeweils seitlich davon. Im Betrieb sind dabei beide Trackpads aktiviert, sodass ein Wechsel zwischen den beiden Eingabegeräten spontan möglich ist. Ein wirklicher Vorteil dieses gewöhnungsbedürftigen Designs ist auf den ersten Blick kaum ersichtlich, besonders da das Gerät bislang keine Gesten unterstützt, die einen gleichzeitigen Einsatz beider Trackpads erfordern würden.
Unterhalb von Tastatur und Trackpads schließt das Gerät mit einer Handauflagefläche aus Aluminium ab, die auf den ersten Blick zwar tatsächlich einen sehr hochwertigen und gut verarbeiteten Eindruck macht, aber leider auch enorm anfällig für Fingerabdrücke und sonstige Spuren ist. Gerade für eine Fläche, die ständig im Kontakt mit den Händen steht, währe hier wohl ein matteres Material wie gebürstetes Aluminium sinnvoller gewesen.
Das Innenleben des NX90 ist voll von modernster Technik. So wird Intels Arrandale Prozessor über den aktuellen HM55 Chipsatz angesprochen, der sich auch auf die Zusammenarbeit mit der Clarksfield Prozessor-Serie versteht, die 4 gleichzeitig arbeitende Rechenkerne beinhaltet. Der DDR3 RAM kann auf bis zu 12GB ausgebaut werden und neben den üblichen Schnittstellen wie VGA und LAN stehen auch Anschlüsse für den zukünftigen USB 3.0 Standard sowie für eSATA und HDMI bereit.
Noch hat Asus keine offizielle Preisliste veröffentlicht, doch für ein Modell mit vollem Ausbau sind aktuell um die 2.000€ im Gespräch.
Ein Schnäppchen dürfte das NX90 daher wohl nicht werden, zumal durch Maße und Gewicht der mobile Einsatz denkbar unpraktisch sein dürfte. Interessant allerdings ist das Gerät vermutlich als repräsentatives Designobjekt für Büros und Empfangsbereiche – das entsprechende Budget vorausgesetzt.
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